Die Cyfire Rechtsanwaltsgesellschaft, geführt von unserem strategischen Kopf Mirco Lehr, ist Deutschlands erste volldigitale Kanzlei mit einem klaren Schwerpunkt auf Krypto-Beratung.

„Blockchain hat in Deutschland ein Vertrauensproblem – zu Unrecht, wenn man die Mechanismen versteht."
— Mirco Lehr, Rechtsanwalt

Dieser Ratgeber beleuchtet die rechtlichen und steuerlichen Aspekte der Blockchain am Beispiel der Plattform Cake DeFi (heute oft unter Bake bekannt).

Das Problem: Das klassische (zentrale) Finanzsystem

Die meisten Menschen verlassen sich auf ein klassisches Girokonto. Das Problem: Man ist zwar formell Eigentümer seines Geldes, in der Realität besteht jedoch eine totale Abhängigkeit von der Bank, die das Geld zentral verwaltet. Ob Bankenkrisen, begrenzte Öffnungszeiten, Transaktionsblockaden oder Kontosperrungen – die zentrale Kontrolle ist ein Risiko. Hinzu kommen Inflation und Strafzinsen, welche die Kaufkraft stetig mindern.

„Um Blockchain zu verstehen, muss man von zentralisierten Systemen Abstand nehmen. Wir müssen lernen zu verlernen, wie wir mit zentralen Verwaltungssystemen aufgewachsen sind."
— Mirco Lehr

Die Lösung: Dezentrale Finanzen (DeFi)

DeFi verfolgt die Idee, klassische Bankdienstleistungen in die Welt der Kryptowährungen zu transferieren. Das Ziel: Die vollständige Kontrolle über das eigene finanzielle Eigentum.

Um dies zu realisieren, ist die Blockchain-Technologie notwendig. Dabei unterscheiden wir:

  • Turing-complete Blockchains (z. B. Ethereum): Vielseitig, aber mit potenziellen Sicherheitsrisiken aufgrund der Komplexität.
  • Non-turing-complete Blockchains (z. B. Bitcoin): Bieten einen massiven Sicherheitsvorteil, da für Code-Erweiterungen mindestens 51 % der Nutzer zustimmen müssen.

Auf Basis eines Code-Forks von Bitcoin entstand die DeFiChain, die das Proof-of-Stake-Verfahren nutzt und mit dem nativen Token DFI arbeitet.

Rendite-Strategien: Staking, Liquidity Mining und Lending

Auf Plattformen wie Cake DeFi können Vermögenswerte (BTC, ETH, DFI) investiert werden, um einen jährlichen Ertrag (APY – Annual Percentage Yield) zu erzielen.

1. Staking

Beim Proof of Stake (PoS) werden Coins in sogenannte „Nodes" gegeben, um Transaktionen im Netzwerk sicher zu verifizieren. Als Gegenleistung erhalten „Staker" Belohnungen (Rewards).

Historischer Kontext: Ende 2021 lag der Staking-Reward für DFI bei ca. 32 % APY (schwankend).

2. Liquidity Mining (LM)

Damit Handel auf dezentralen Börsen stattfinden kann, wird Liquidität benötigt. Nutzer stellen Handelspaare (z. B. BTC-DFI) bereit und erhalten als Belohnung einen Teil der Handelsgebühren.

Historischer Kontext: Die Rewards lagen hier zeitweise bei ca. 80 % APY (schwankend).

3. Lending

Hier werden Coins für einen definierten Zeitraum fest angelegt, ähnlich einem Bankkredit. Es ist die renditeschwächste, aber oft stabilste Form der Anlage.

Historischer Kontext: Das APY lag hier bei ca. 6 %.

Die steuerliche Falle: Halten vs. Erwirtschaften

In Deutschland gilt: Wer Kryptowährungen länger als ein Jahr hält, kann Veräußerungsgewinne steuerfrei vereinnahmen.

Aber Achtung: Staking, Lending und Liquidity Mining generieren laufende Einnahmen. Diese könnten als gewerbliche Einkünfte oder sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG) gewertet werden. Die steuerliche Behandlung ist komplex und muss zwingend im Vorfeld mit einem spezialisierten Steuerberater geklärt werden, um teure Nachzahlungen zu vermeiden.

Fazit: Vorsicht vor „Luftnummern"

Soziale Medien sind überflutet von Krypto-Influencern. Hier ist enorme Vorsicht geboten. Die Cyfire Rechtsanwaltsgesellschaft betreut derzeit zahlreiche Mandate, die auf unseriöse Marktteilnehmer ohne realen Gegenwert herein gefallen sind.

„Hohe Renditeversprechen verleiteten viele Anleger in Crypto-Währungen zu investieren, die bei genauem Hinsehen keinen realen Gegenwert haben."
— Mirco Lehr